Leseprobe Ghostwriting


Mattias Collin

In zwölf Schritten einfach besser werden

Ein Praxisleitfaden zur Unternehmensoptimierung

 

Vorwort

Unternehmensleitung ist überaus vielschichtig. Im Alltagsgeschäft bleiben viele Potenziale aus Mangel an Zeit oder an personellen Ressourcen ungenutzt oder notwendige Veränderungen werden zu spät in die Wege geleitet. Dieses Buch versteht sich deshalb einerseits als Sanierungsanleitung für Unternehmen in der Krise und andererseits als Ratgeber für vorausschauende Unternehmen, die durch stetige Optimierung der eigenen Organisation ein Abrutschen in Verlustzonen nachhaltig verhindern wollen.

»Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln:
Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste,
und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.«


Konfuzius, chin. Philosoph

Über Unternehmensführung im Allgemeinen und Turnaround im Speziellen wurde schon vieles geschrieben, ich habe einiges davon mit Interesse gelesen. Besonders überzeugt und zum Handeln ermuntert haben mich »Auf der Suche nach Spitzenleistungen« von Thomas J. Peters und Robert H. Waterman und »Die zweite Revolution in der Automobilindustrie« der Autoren James P. Womack, Daniel T. Jones und Daniel Roos. Beim Vergleich des Gelesenen mit dem Geschehen bei meinem früheren langjährigen Arbeitgeber musste ich vor 20 Jahren feststellen: Das Traditionsunternehmen mit weit über 100 Jahren Erfahrung und Geschichte war stehen geblieben, während andere sich veränderten und verbesserten. […]

Einführung

Das vorliegende Buch umfasst 12 Kapitel mit jeweils einem konkreten Tool, durch dessen Anwendung Veränderungen im Unternehmen erreicht werden. Ziel ist immer eine quantifizierbare Ergebnisverbesserung durch mehr Umsatz oder reduzierte Kosten. Die Reihenfolge der Kapitel entstand auf Basis meiner Erfahrungswerte. Sie muss nicht zwingend als verbindlich angesehen werden. Starten Sie mit dem Kapitel, das bei Ihnen Lösungen für ein akutes Probleme anbietet. Danach sollten Sie aber unbedingt den Status quo analysieren, die Blaupause erarbeiten und Grundsätze definieren, bevor Sie sich der Umsetzung weiterer Kapitel zuwenden.

Sie werden beim Lesen immer wieder auf zwei Begriffe stoßen: Degressionsliste und Pareto. Das Pareto-Prinzip ist den meisten von Ihnen vermutlich bekannt. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte der italienische Wirtschaftswissenschaftler Vilfredo Pareto eine bildliche Darstellung, um aus einer Vielzahl von Einflussgrößen diejenige herauszufinden, die unter einem bestimmten Gesichtspunkt die bedeutendste ist. Er fand heraus, dass oft wenige Ursachen einen Großteil der Wirkung erzeugen. Zu Beginn der 50er Jahre wurde aus dieser Erkenntnis das sogenannte Pareto-Prinzip formuliert. Es besagt: 20 Prozent der Ursachen erzeugen oft 80 Prozent der Probleme. Die entscheidenden 20 Prozent ermitteln Sie am einfachsten mit Hilfe von Degressionslisten. Sie zu erstellen, ist vor allem Fleißarbeit und prinzipiell zu allen Themen sinnvoll. Degressionslisten eröffnen eine neue Art von Transparenz und erlauben Rückschlüsse, die mit herkömmlichen Ordnungskriterien wie Alphabet, Sachgruppen, Produktlinien o. Ä. nicht möglich sind.

»Das Pareto-Prinzip und Degressionslisten sind die beiden wichtigsten Werkzeuge für meinen Optimierungsprozess. Um Ersteres anwenden zu können, benötigen Sie zwingend Letzteres.«

 

Das Wissen über Mengen allein hilft Ihnen wenig. Sie benötigen Erkenntnisse über Werte und Nutzen, um gewichten zu können und schlussendlich Maßnahmen einleiten zu können. Nehmen wir zum Beispiel die Themen Personal und Einkommen. Natürlich verdient ein Manager gewöhnlich mehr als ein Teamleiter, aber haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie viel mehr Sie im Verhältnis zu einem Facharbeiter verdienen oder der engagierte Dreher im Vergleich zu seinem Kollegen? Wenn der eine mit Nachnamen Albrecht und der andere Müller oder gar Zollner heißt, stehen sie auf gewöhnlichen Listen so weit auseinander, dass ein Vergleich nur bei gezielter Suche möglich ist. Wenn Sie aber die Gehälter aller Ihrer Mitarbeiter degressiv auf- oder absteigend sortieren, erhalten Sie eine völlig andere Sicht auf die Einkommensstruktur in Ihrer Firma. Dann fällt Ihnen auf, dass der mitdenkende Dreher vielleicht im Verhältnis zu anderen unterbezahlt ist. Auf Nachfrage beim Betriebsrat nach dem Warum, erfahren Sie unter Umständen, dass der direkte Vorgesetzte des Drehers dessen ständige Suche nach Verbesserungen persönlich nicht schätzt, weil das Unruhe in seinen eigenen Tagesablauf bringt. Alle anderen Dreher nehmen zur Kenntnis: Wer zu viel denkt, wird bei Lohnerhöhungen benachteiligt. Sie schlussfolgern daraus für sich schnell: Mit Dienst nach Vorschrift fahren wir besser. Für Ihr Unternehmen hat das fatale Auswirkungen. Bei der Lieferantenanalyse werden Sie mit Blick auf eine degressiv geordnete Liste schnell erkennen, dass von vielleicht hundert Zulieferern die 20 oben Stehenden 80 Prozent Ihres Bedarfs decken. Am Ende der Liste entdecken Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Firmen, die Kleinstsmengen von Dingen liefern, die Sie auch von den oben stehenden Großen beziehen könnten und noch dazu zu deutlich besseren Konditionen. Dies ist ein typisches Beispiel für menschliches Wirken. Irgendwann einmal hieß es: „Das bestellen wir gleich mal schnell bei der Firma um die Ecke, oder bei Herrn X, der Prokurist kennt dessen Familie gut.“ Auf diesem Wege entstehen kontinuierlich und unbemerkt in jeder Organisation Abweichungen. Das ist menschlich und auch nicht zu verhindern, aber Sie als Chef haben die Aufgabe, solche Missstände aufzudecken und zu beseitigen. Diese sind in Summe eine erhebliche Verlustquelle. […]

 

Über den Autor

Matthias Collin steht als Kaufmann der alten Schule mit beiden Beinen in der globalisierten Wirtschaft. Nach 25 Jahren als Angestellter kaufte er vor 15 Jahren eine marode Gießerei in Tschechien, sanierte und verkaufte sie binnen drei Jahren und meisterte als Unternehmer seitdem vier weitere Turnarounds. Sein Erfolgsgeheimnis liegt in der exzellenten Verknüpfung von Organisationsentwicklung und Personalführung.

www.matthiascollin.de

 

Statement Matthias Collin zu Evelin Voigt-Eggert

»Die Zusammenarbeit war produktiv, spannend und hat – mir ist das wichtig – Spaß gemacht. Klar, plausibel und gut lesbar formuliert, wurde das Buch von Unternehmern, Führungskräften, Lehrenden sowie Studierenden mit viel guter Kritik bedacht.«

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BuchCover-CollinIn zwölf Schritten einfach besser werden

Praxisleitfaden zur Unternehmensoptimierung
Matthias Collin

Buch Hardcover, ISBN 978-3-8349-2119-2
und E-Book, ISBN 978-3-8349-8717-4